neues zur neurodermitis



gerade in der kalten jahreszeit kämpfen viele menschen mit trockener, rissiger, juckender, haut. der dermatologe muss unterscheiden können zwischen einem endogenen Ekzem („neurodermitis“), kontaktekzem oder mikrobiellen ekzem etc. die neurodermitische haut weist häufig eine gestörte barriere gegenüber umweltreizen auf. die barriereschicht der haut gleicht einer ziegelmauer, die risse und substanzfehler im mörtel erleiden kann. die hornzellen enthalten unlösliches keratin eingebettet in strukturbildendem filaggrin. sie sind durch eine wasserfeste kittsubstanz miteinander verbunden. die kittsubstanz enthält als häufigstes fett die sog. ceramide.
viele neurodermitiker weisen hierfür einen mangel
auf, was erhöhten feuchtigkeitsverlust bedingt. die folge sind fehlfunktionen des immunsystems und ein entzündliches mikromilieu der haut, was die barrierefunktion zusätzlich verschlechtert. bei leicht entzündlichen ekzemen helfen oft kortisonfreie lokaltherapien mit extrakten aus z. b. schieferöl, steinkohlenteer, johanniskraut, birkenkork oder hafer, ferner polidocanol, gerbstoffe, nachtkerzenöl, dexpanthenol, glycerin und harnstoff.
creme-grundlagen mit lecithin, die den natürlichen hautkomponenten möglichst ähnlich und schichtweise aufgebaut sind sowie ohne emulgatoren auskommen (die der haut fette entziehen können), gewinnen an bedeutung. innovationen sind auch die entdeckung von stabilisierendem und schützendem ectoin (aus bakterien, die unter extrembedingungen überleben können) und der gezielte zusatz von komponenten wie filaggrin oder ceramiden.


dr. thomas brinkmeier, hautärzte am markt