hautkrebsvorsorge


anders als von manchen krankenkassen behauptet (siehe igel-monitor)
handelt es sich bei der auflichtmikroskopie (ALM) nicht bloß um eine beleuchtete lupe,
deren anwendung inhalt des hautkrebsscreenings (HKS) der gesetzlichen krankenversicherung ist.
die vorteile einer untersuchung mit der ALM zur auffindung maligner melanome (MM)
sind inzwischen international durch studien belegt.

in der neuen leitlinie zum MM hat die ALM das höchste Evidenzniveau zugesprochen
bekommen. 
Fast alle Krankenkassen bezahlen das HKS auch unter 35 Jahren, manche auch als
Kostenerstattung. Positiv hervorgehoben werden kann hier die gute Zusammenarbeit zwischen den Kassen und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), die miteinander Sonderverträge ausgehandelt haben.

Trotz mannigfacher Initiativen durch den Berufsverband Deutscher Dermatologen (BVDD) und
anderer Institutionen müssen bislang organtransplantierte Menschen und Patienten, die auf der
Warteliste für eine Transplantation stehen, das notwendige HKS alle 2 Jahre selbst bezahlen.
Hier sind die Dermatologen gezwungen - auch gegen eigene Bedenken - das HKS als
IGeL abzurechnen.

Gerade bei Vorliegen individueller Risikofaktoren kann das HKS aber eine höchst sinnvolle
(manchmal lebensrettende) IGeL sein.
Die Abstimmungen zu den Sitzungen des Berufsverbandes im Jahre 2013 haben gezeigt, dass die
ganz überwiegende Mehrzahl der Vertragsärzte in Westfalen-Lippe
(im Unterschied zu vielen anderen Bezirken bzw. Bundesländern)
die - teils sogar digitalisierte - Auflichtmikroskopie im Rahmen der regulären Screeningtermine NICHT
zusätzlich als IGeL abrechnet. 



dr. thomas brinkmeier, hautärzte am markt