die milch macht ́s (leider auch akne)


akne-veränderungen der gesichts- oder rückenhaut sind bei jugendlichen in ländern westlichen lebens- und ernährungsstils häufig (mehr als 85%). in manchen regionen bzw. kulturen (papua-neuguinea, paraguay oder inuit) ist akne als chronisch entzündliche hautkrankheit praktisch unbekannt. generell spielen bei der akne-entstehung genetische faktoren die hauptrolle. in der wissenschaftlichen literatur häufen sich aber in den letzten jahren berichte und untersuchungen, dass zumindest bei einem teil der patienten die ernährungsweise einfluss auf die stärke und den verlauf der akne nehmen kann.
so konnte in studien nachgewiesen werden, dass insbesondere durch regelmäßigen verzehr von milch und hochkalorischen molkeprodukten eine verschlechterung der akne bei einer untergruppe von patienten eintritt.
ursächlich werden bestimmte bioaktive substanzen in der milch und eine verstärkte insulinausschüttung durch den zuckerzusatz diskutiert.
als orientierungshilfe für eine akne-diät über zunächst 12 wochen empfehlen wir daher den reduzierten konsum von milch, molke-drinks und eiscreme sowie das meiden von gezuckerten softdrinks und häufigen süßen zwischenmahlzeiten. begleitend macht es sinn, neben obst, gemüse und vollkornbrot vermehrt nahrungsmittel mit einem hohen gehalt an omega-3-fettsäuren (z. b. seefisch) auszuwählen und zwischen den einzelnen mahlzeiten mehrstündige pausen einzuhalten. allerdings sollten milchfreie radikaldiäten gerade bei jugendlichen vermieden werden, um einen für das knochenwachstum schädlichen kalziummangel zu verhindern.


dr. sören rabenhorst, hautärzte am markt